Bauvorhaben der Familie W. aus Berlin Johannisthal



Nicht ordnungsgemäß eingebaute Stahlhohlprofilstütze im Bereich der Mittelpfette Dachgeschoss.
Die Öffnung im Bereich der Abluftkalotte verursacht das Eindrigen von Regenwasser.
Gut erkennbar die fehlende Walmglocke. Unschön anzusehen, wie der Bleilappen den Übergang verdeckt.
Fehlendes provisorischen Regenfallrohr, das im Falle von Regen zur Durchfeuchtung der Außenwand führen kann.
Abgerutschter Dachziegel im Kehlbereich.

Bauherrenberater: Dipl.-Architekt Ludger Weidemüller, Berlin

Bauherren Kerstin W. und Partner René F. entschieden sich in Berlin Johannisthal ein eingeschossiges Einfamilienhaus ohne Keller, dafür aber mit ausgebautem Dachgeschoss zu bauen.
Was die Ausführung und die Qualität des Bauens anbelangt, so waren die Bauherren im nach hinein froh, sich mit einem kompetenten Sachverständigen verbündet zu haben, der sich vor Ort ein Bild vom Ergebnis des Baugeschehens machte. Während anfangs nur kleinere Mängel auftraten, schlichen sich im Laufe der Zeit gravierendere Mängel ein.
Im Rahmen der baubegleitenden Qualitätskontrolle führte Bauherrenberater Dipl.-Architekt Ludger Weidemüller fünf vereinbarte Ortsbesichtigungen durch und kontrollierte den Bautenstand auf der Grundlage der anerkannten Regeln der Bautechnik:
Die Bodenplatte mit den Durchdringungen für die Medienzuführungen waren ohne Beanstandungen, ebenso der Fundamenterder. Die Bewehrung der Bodenplatte wurde durch einen Prüfingenieur für Baustatik konstruktiv überwacht.
Bei der Dachkonstruktion gab es einige Beanstandungen. So wurde der Einbau der Stahlhohlprofilstützen bemängelt. Sie dient zur statisch-konstruktiven Unterstützung der Mittelpfetten im Dachgeschoss und war nicht fest zwischen Geschossdecke und Mittelpfetten verankert. Außerdem war die unter einem Kehlbalken eingebaute Stütze falsch positioniert.
Da die meisten Baumängel auch bei der Dachdeckung zu finden sind, war es kein Wunder, dass hier mehrere Mängel aufgespürt wurden.
Als das größte Problem zeigte sich bald die Öffnung im Bereich der Abluftkalotte. Sie muss geschlossen werden, um zu verhindern, dass Kleintiere und Regenwasser dort eindringen können. Die Beseitigung des Mangels wurde mehrfach eingefordert, doch zwischenzeitlich bahnte sich der Regen seinen Lauf ins Hausinnere. Im Übergang zwischen Walm- und Firstgraten sollten Walmglocken eingebaut werden. Stattdessen wurden an diesen Übergängen Bleilappen vorgesehen, obwohl die Walmglocken vorhanden waren, Da zur Zeit der Dachdeckung die Himmelsschleusen sehr offen waren, musste nachdringlich auf die sofortige Installation der provisorischen flexiblen Regelfallrohre hingewiesen werden, um eine unnötige Außenwanddurchfeuchtung zu verhindern.
Ein weiteres Problem waren die unbehandelten Schnittkanten der Dachziegel. Besonders oft müssen die Dachziegel im Kehlbereich zugeschnitten werden. Jedoch fehlt sehr oft - wie auch in diesem Fall - dass bei engobierten Dachziegeln die Schnittkanten nachträglich mit passender Engobenfarbe versiegelt werden.