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Günter Sasonow
7-06-10 17:42:09
Feuchtigkeit im Fundament

Nach dreißig Jahren habe ich Feuchtigkeit in den Fundament-mauern meines Hauses festgestellt. Die oben liegenden Moniereisen zeigen Rostbefall und haben dadurch die vorligende Betonschicht gesprengt. Welche Maßnahmen kann man zur Sanierung ergreifen?
Ralf Baureis
8-06-10 12:46:13
Feuchte Fundamente

Sehr geehrter Herr Sasonow,

die von Ihnengeschilderten Probleme tauchen recht häufig auf und sind in aller Regel nicht so gravierend, wie es manchmal erscheint.

Traditionell werden Fundamente oder Betonbodenplatten nicht abgedichtet. Diese Bauteile liegen im Erdreich und sind dauerhaft in einem feuchten Millieu. Die Abdichtung erfolgt erst oberhalb der Bodenplatte als Sperrschicht.

Sie schreiben, dass an den Fundamenten, nach nunmehr 30 Jahren Abplatzungen bestehen, welche durch die Korrosion der oberen Bewehrung augenscheinlich werden.

Die reguläre Lebenserwartung einer bituminösen Abdichtung ist mit 25-30 Jahren erreicht. Sie müssen also davon ausgehen, dass die vor 30 Jahren eingebrachte Sperrschicht funktional nichtmehr vorthanden ist.

Fundamente sind im Regelfall rein druckbnelastete Bauteile. (Überprüfen Sie ob in Ihre#n statischen Unterlagen diesbezüglich Besonderheiten vermerkt sind.)

Bei den "Moniereisen" bzw. "Bewehrungs-" oder "Armiereungsstählen" handelt es sich meist um eine so genannte "konstruktive Bewehrung"

Herr Monier (Franzose) hatte durch Zufall herausgefunden, dass Stahl und Beton sich recht gut vertragen. Beton übernimmt Druckkräfte und die Stahleinlage eventuell auftretende Zugkräfte. Beide Materialien besitzen einennahezu identischen Wärmedehnungskoeffizienten. Herr Monier fand dieses Phänomen an einem Blumenkübel heraus. Daher rührt der Name "Moniereisen"
(Das nur nebenbei)

Ihr Fundament wird voraussichtlich auch weiterhin gute Dienste ohne die Armierung leisten können.

Sollten die Abplatzungen hingegen nicht im Fundamentbereich liegen siondern im Bereich der Bodenplatte, so sollte man doch etwas tun.
Bereits freiliegende Stähle sollten gesäubert und mit einem Rostumwandler behandelt werden. Danach ist ein Korrosionsschutzanstrich auszuführen.
Um eine weitere Stahlkorrosion zu verhindern könnte man eine Druckimprägnierung des betons ausführen. Achten Sie hierbei auf die Qualifikation der ausführenden Firma. Sie sollten diese Imprägnierung auf jeden Fall über ein Druckverfahren ausführen, da Sie den wassergehalt des betons mit dem Injektionsmittel verdrängen müssen.

Nach ausreichender Standzeit und abschließender Trockenmessung können Sie die freiliegenden Armierungen mit Epoxidharz behandeln und besanden. Beachten Sie die erforderliche Ablüftzeiten des Materiales. Abschließen können Sie mit einem geeigneten Betonreparaturmörtel die Betonoberfläche sanieren.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Gerne finden Sie aber auch fachkundigen Rat bei einem meiner Beraterkollegen.

Mit freundlichen Grüßen (und einem trockenen Humor)
Ralf Baureis, BSB-Bauherrenberater Saarland
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