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Was leistet ein Energieberater?

Ihre Jahresabrechnung für Heizung und Warmwasser ist weitaus höher ausgefallen als die des Nachbarn mit seinem sanierten Einfamilienhaus? Sie ärgern sich darüber und wollen den Ursachen auf die Spur kommen? Dann sollten Sie einen unabhängigen Energieberater zu Rate ziehen!

Das Problem: Das Gebäude muss in seiner Komplexität betrachtet werden.
Ein unabhängiger Energieberater macht sich zunächst vor Ort ein genaues Bild vom energetischen Zustand des Gebäudes. Dazu gehört die Einschätzung des baulichen Zustandes des Hauses. Schon während der Besichtigung gibt es erste Hinweise auf vorhandene Problem- und Schwachstellen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt werden Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. Dabei wird das Gebäude in seiner Komplexität betrachtet - von der Konstruktion über die Gebäudehülle bis hin zur Technik der Wärmeerzeugung, der Heizungsverteilung und Warmwasserbereitung. Nur einzelne Defizite zu benennen, reicht nicht.

Worauf kommt es an?
Die Analyse sollte möglichst komplett vorgenommen werden. Unterstützend wirken Thermografiebilder und Luftdichtigkeitsmessungen. Dabei werden mit einer Wärmebildkamera kalte und warme Oberflächen des Hauses farblich unterschiedlich ausgewiesen. Diese Aufnahmen sollten nur in der kalten Jahreszeit gemacht werden, da hier die Temperaturunterschiede zwischen Außen und Innen am größten und somit am besten darstellbar sind. So können evtl. vorhandene Wärmebrücken am Dach oder der Fassade bereits am Display der Wärmebildkamera erkannt werden wie auch fehlende Dämmung zwischen Dachsparren oder ehemalige und vermauerte Fensteröffnungen in einer einheitlich überputzten Fassade. Thermografieaufnahmen können mit einer Luftdichtigkeitsmessung, einem sogenannten Blower-Door-Test, kombiniert werden. Neben der Bestimmung der Luftwechselrate sind dadurch auch Leckagestellen am Haus zu ermitteln.

Darauf ist zu achten: Beratungsbericht auf Basis umfangreicher Berechnungen
Die während des Ortstermins vom Bestandsgebäude ermittelten Kennwerte sind Basis für Berechnungen, die der Energieberater mit Hilfe umfangreicher Software durchführt und in einem Beratungsbericht zusammenfasst. Als Grundlage dienen die Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV2009) und die entsprechenden DIN Normen. Ergebnis der aufwändigen Berechnungen ist eine Bewertung des Gebäudes anhand des Primärenergiebedarfs und der Transmissionswärmeverluste. Der Beratungsbericht enthält Angaben zum Ist-Zustand, zu  Sanierungsvarianten und Details einzelner Maßnahmen. Betrachtet werden auch Beheizung und Warmwasserbereitung inklusive der elektrischen Hilfsenergie.

Wichtig: Wünsche und Vorstellungen mit Kosten-Nutzen-Betrachtungen verbinden
Wünsche und Vorstellungen der Bauherren zu geplanten Sanierungsmaßnahmen lassen sich auf der Basis des Beratungsberichtes gut mit Wirtschaftlichkeits- und Kosten-Nutzen-Betrachtungen verbinden. Alles zusammen bildet eine solide Grundlage für zu treffenden Investitionsentscheidungen. In seinen Empfehlungen berücksichtigt der Energieberater, dass für die Energieeffizienz von Gebäuden ein ausgewogenes Verhältnis von Dämmung und Anlagentechnik erforderlich ist. Oft lassen sich Effizienzsteigerungen nur durch Verbesserungen der Anlagentechnik in Kombination mit erneuerbaren Energien erreichen. Vom Berater wird überprüft, ob der Einsatz von Solarthermie oder die Verfeuerung von Biomasse möglich sind.

Sinnvoll: Fördermittel nutzen
Der Energieberater weist auch auf KfW- oder BAFA-Förderprogramme hin und erklärt die praktische Umsetzung einzelner geförderter Maßnahmen und Maßnahmenpakete. Wenn Sie beispielsweise im Rahmen des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren“ eine geförderte Sanierung (Programmnummer: 151/152 Kredit / 430 Zuschuss) an selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden zur energetischen Verbesserung durchführen, bedarf das der Begleitung und Kontrolle durch einen Energieberater. Qualifizierte Baubegleitung fördert die KfW (Programmnummer: 431 "Energieeffizient Sanieren - Sonderförderung") mit einem Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten für die Baubegleitung - max. bis zu 2.000 Euro pro Vorhaben - unabhängig von der Größe des Wohngebäudes. Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kann die Vor-Ort-Energieberatung mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss ab 300 € gefördert werden. Ein Energieausweis und Hinweise zu Stromeinsparungen können als zusätzliche Leistungen zu einer Energieberatung kostengünstig erstellt werden.

BSB-Tipp von Bauherren- und Energieberater Jörg Nowitzki, Leipzig:
Um bei einer Energieberatung das optimale Ergebnis für den Wohneigentümer zu sichern, sollte ein unabhängiger Energieberater beauftragt werden. Denn dieser verdient sein Geld nicht durch den Verkauf von Anlagentechnik, Dämmstoffen oder Baumaterialien, auch nicht durch Provisionen der Anbieter. Natürlich gibt es eine solide fachkompetente Energieberatung nicht zum Nulltarif, doch gute Berater sind ihr Geld wert. Sollten Sie also demnächst Geld bei der Gas-, Öl- und Stromrechnung einsparen wollen, dann investieren Sie zuerst in eine unabhängige Energieberatung. Die bekommen Sie auch über den Bauherren-Schutzbund e.V. als gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation.


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