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Verbraucherstudie stellt bautechnische Normen auf den Prüfstand

Berlin, 17. April 2018. Bautechnische Normen sind wichtige Regelwerke für die Bauausführung und bei der Vertragsgestaltung, um Bauleistungen konkret und detailliert zu vereinbaren. Somit tragen sie zum Verbraucherschutz bei. Die Formulierungen, insbesondere der Anwendungsbereiche, müssen jedoch grundlegend nachvollziehbarer werden. Nur so kann der Verbraucher vor Vertragsunterzeichnung die vereinbarten Leistungen tiefgehend einschätzen und verhandeln. Zu diesem Ergebnis gelangt eine gemeinsam durchgeführte Studie des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) und des Instituts für Bauforschung e.V. Das Gemeinschaftsprojekt untersuchte exemplarisch fünf bautechnische Normen hinsichtlich ihrer Verbraucherrelevanz.

DIN-Normen sind bindend, wenn sie Inhalt von Verträgen werden oder der Gesetzgeber ihre Einhaltung zwingend vorschreibt. „Beim Bauen legen die Normen Vorgaben im Hinblick auf die zu verwendenden Materialien, Verfahren und Ausführungen fest und werden häufig bei Rechtsstreiten herangezogen, zum Beispiel um feststellen zu können, ob ein Baumangel vorliegt“,  betont BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Da die vereinbarten Anforderungen demzufolge immer den Bauherren betreffen, sollten bei der Normung stets auch die Belange der Verbraucher berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse der durchgeführten Studie zeigen jedoch: Die meisten Verbraucher kennen die bewerteten Regelwerke nicht. Es ist davon auszugehen, dass sie ohne fachliche Unterstützung selten die normgerechte Planung und Umsetzung von Leistungen prüfen und bewerten können – auch wenn das jeweilige Regelwerk vertraglich vereinbart wurde. „Die Transparenz für den Verbraucher ist deutlich ausbaufähig. Bauherren sollten dringend vor Vertragsunterzeichnung einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen, um Klarheit zu erlangen, welche Leistungen mit den vereinbarten Normen einhergehen“, so Becker. Auch bei der Bauausführung hilft eine professionelle Baubegleitung, um die normgerechte Umsetzung zu kontrollieren. Darüber hinaus sollte der Normgeber zukünftig stärker darauf achten, dass interessierte Verbraucher die vereinbarten Regelungen zumindest im Grundsatz besser nachvollziehen können.

Im Detail zeigen die weiteren Ergebnisse, dass die exemplarisch untersuchten Normen durchaus relevante Interessen der Verbraucher berücksichtigen. Hierzu zählen unter anderem die Sicherheit und die zweckbezogene Ausführung. Auch die Wohnqualität profitiert durch die Umsetzung der jeweiligen Norm. Deutlich wird hingegen auch: Die mögliche Optimierung ökologischer, gesundheitlicher und energetischer Eigenschaften findet in einigen der analysierten Regelwerke kaum Berücksichtigung. Diese Inhalte spielen für viele Verbraucher jedoch eine wichtige Rolle.

Die Studie „Bautechnische Normung und Verbraucherinteressen“ kann unter
www.bsb-ev.de/studien/analysen-und-studien/
heruntergeladen werden.

Pressekontakt

Erik Stange

Presse- und Medienreferent
stange(at)bsb-ev.de
Tel.: (030) 400 339 502

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