Menü
Service
Energiestandards beim Neubau

Energiestandards beim Neubau

Wer einen Neubau plant, muss sich mit einer Vielzahl an technischen Möglichkeiten zur Energieeinsparung beschäftigen. Welche verschiedenen Energiestandards und andere nachhaltige Baukonzepte gibt es?

Weitere Artikel zur Serie "Energieeffizient Bauen"

Teil 2: Vorgaben für Energieeffizienz

Niedrigstenergiehaus

Mit der EU-Gebäuderichtlinie hat die Europäische Union ihre Mitgliedsländer aufgefordert, einen Standard für die Niedrigstenergiehäuser zu entwickeln, den alle Neubauten ab 2021 erfüllen sollen. In Deutschland legt nun das Gebäudeenergiegesetz (GEG) den Standard für das Niedrigstenergiehaus fest.

Das Niedrigstenergiegebäude hat eine hohe Gesamtenergieeffizienz. Es wird dabei sowohl der jährliche Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung als auch der Transmissionswärmeverlust berücksichtigt. Nach dem GEG wird der Energiebedarf eines Neubaus im Rahmen eines Referenzmodellverfahrens berechnet. Das Gesetz sieht zudem vor, dass der Energiebedarf teilweise durch erneuerbare Energien gedeckt werden soll.

Rechtliche Grundlage: Das Gebäudeenergiegesetz

Mit dem Gebäudeenergiegesetz liegt nun auch für Deutschland ein Standard für Niedrigstenergiehäuser vor. In Anlehnung an die gesetzlichen Vorgaben entstand vor vielen Jahren das Konzept der KfW-Effizienzhäuser. Um eine Förderung durch die KfW zu erhalten, müssen Bauherren die gesetzlichen Vorgaben deutlich unterschreiten.
Unabhängig von diesen Standards gibt es weitere nachhaltige Baukonzepte, wie das Passivhaus, das Nullenergiehaus und Plusenergiehaus. Sie gehen noch weiter und zielen darauf ab, kaum bis keine Energie von außen zu nutzen bzw. sogar ein Plus an Energie zu erzeugen.

KfW-Effizienzhäuser

Aktuell gibt es drei KfW-Energiestandards für Neubauvorhaben: die KfW-Effizienzhäuser 55, 40 und 40 plus. Die Zahl steht für den prozentualen Energiebedarf im Vergleich zu den Mindestanforderungen im Gebäudeenergiegesetz. Je niedriger die Zahl, umso energieeffizienter ist das Gebäude und desto mehr Förderung erhält der Bauherr. So hat ein Effizienzhaus 55 einen um 45 Prozentpunkte niedrigeren Primärenergiebedarf als das GEG vorschreibt.

Diese Ziele kann man durch verschärfte Anforderungen an die Wärmedämmung in Kombination mit einer leistungsfähigen Anlagetechnik und bei Nutzung regenerativer Energien erreichen. Da es bei der Wärmedämmung Grenzen aus wirtschaftlichen und gestalterischen Gründen gibt, müssen Bauherren die erforderlichen Einsparmaßnahmen durch eine geschickt gewählte Kombination aus verschiedenen Dämmungen der unterschiedlichen Bauteile erzielen. Die Anlagentechnik wirkt sich wiederum auf Primärenergiebedarf aus. Es ist also eine ganzheitliche Betrachtung der Hülle und Anlagentechnik wichtig.

Für die Bereitstellung der Heizenergie und des Warmwassers haben sich aktuell drei Erzeugersysteme durchgesetzt: die Gas-Brennwerttechnik, die Wärmepumpentechnik und Biomasse-Heizung mit Holzpellets oder Scheitholz. Mit diesen Heizsystemen und deren Kombinationen mit Solaranlagen und Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung können die Anforderungen an die KfW-Effizienzhäuser 55 und 40 in der Regel realisiert werden.

Das Effizienzhaus 40 plus hat die gleichen energetischen Anforderungen wie das Effizienzhaus 40. Allerdings muss das Effizienzhaus 40 plus zusätzlich eine Eigenstromerzeugung haben, welche die Stromspeicherung, Stromertrags- und verbrauchswerte anzeigt. Zudem muss durch die Lüftungsanlage mindestens 80 Prozent Wärme zurückgewonnen werden können.

Bestellen Sie unseren kostenlosen Ratgeber Energieeffizienz

Unseren Ratgeber Energieeffizienz können Sie kostenlos über unsere Website bestellen.

Grundlagen zur Energietechnik, zum Energiesparen und zur Bauplanung – unser Ratgeber Energieeffizienz bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Themen, die Bauherren beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren beachten sollten.

Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Stichwort "Ratgeberbroschüre Energieeffizienz" und Ihrer Anschrift an und bestellen Sie sich die 50-seitige Broschüre im Din A5 Format kostenlos nach Hause.

Passivhaus

Ein Passivhaus deckt den überwiegenden Teil des Heizwärmebedarfs aus passiven Quellen. Dazu gehören interne Wärmequellen wie die Wärmerückgewinnung des Lüftungssystems, die Abwärme der Bewohner, der Beleuchtung und der elektrischen Geräte sowie solare Gewinne. Eine Heizung wird nur selten zugeschaltet. Definiert ist das Passivhaus durch einen Heizwärmebedarf von ≤ 15 kWh/(m²a). Das entspricht bei einem Gebäude mit 100 m² beheizter Fläche einem Verbrauch von ca. 150 Litern Heizöl pro Jahr.

Grundvoraussetzung für den niedrigen Verbrauch ist eine entsprechend gedämmte und luftdichte Gebäudehülle. Wesentlich ist außerdem eine kontrollierte Wohnraumlüftung, bei der mehr als 75 Prozent Wärme zurück gewonnen werde können.

Nullenergiehaus und Plusenergiehaus

Das Nullenergiehaus ist die Weiterentwicklung des Passivhauses. Es gleicht die von außen bezogene Energie übers Jahr gesehen durch die Einspeisung von selbst erzeugten Überschüssen ins Netz aus und hat somit eine Nullenergiebilanz.

Das Plusenergiehaus muss mehr Energie erzeugen, als es für den gesamten Gebäudebetrieb verbraucht. Zur Energieerzeugung dürfen nur regenerative und emissionsfreie Systeme zum Einsatz kommen. Überschüsse können ausschließlich aus Solarenergie und in elektrischer Form abgegeben werden.

Weitere Ratgeber zum energieeffizienten Bauen

Solarthermie

Sonnenenergie bewusst nutzen, um umweltfreundlich zu heizen und Warmwasser aufzubereiten.

Weiterlesen
Solarthermie

Wärmepumpen

Umweltfreundlich und effizient heizen – mit Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser.

Weiterlesen
Wärmepumpen