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Der BSB analysiert: Idealzustand noch nicht erreicht

Berlin. Bau- und Leistungsbeschreibungen sind für private Bauherren von größter Wichtigkeit. Je konkreter und detaillierter ihr Inhalt gestaltet ist, umso besser lassen sich Leistungsumfang, das Preis-Leistungsverhältnis, die Bauqualität und der Ausstattungsgrad eines Bauvorhabens beurteilen. Aus diesen Gründen nimmt die Bewertung der auf dem Markt befindlichen Bau- und Leistungsbeschreibungen für den Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB) bereits seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Zum zweiten Mal nach 2010 hat der Verein nun im Jahr 2016 gemeinsam mit dem Institut für Bauforschung e.V. (IFB) 100 Bau- und Leistungsbeschreibungen analysiert, die im Rahmen von Angeboten oder Vertragsverhandlungen von Generalunternehmern, Generalübernehmern oder Bauträgern als Vertragspartner bundesweit an potentielle Bauherren oder Erwerber übergeben wurden. Fazit der Analyse, der Anteil der mangelhaften und unvollständigen Leistungsbeschreibungen ist im Vergleich zur Untersuchung aus dem Jahr 2010 rückläufig. Trotz dieser positiven Entwicklung ist ein Idealzustand noch lange nicht erreicht. Im Detail besteht immer noch ein großer Handlungsbedarf. So sind vor allem Leistungen von Auftragnehmern in den Bereichen „Übergabe der Unterlagen und technischen Nachweise“, „Planung, Bauleitung“ und „Baustelleneinrichtung“ sowie „Außenanlagen“ überwiegend unzureichend beschrieben. Dabei fallen in diese Bereiche zahlreiche Aufgaben, die zu erheblichen Mängeln und Schäden führen können, sofern sie nicht fachlich und sachlich ordnungsgemäß geplant und ausgeführt werden. Mangel- und Schadenbeseitigungskosten in erheblicher Höhe können die Folge sein. Auch im Lichte der neuerlichen Analyse rät der Bauherren-Schutzbund allen privaten Bauherren, über die Bau- und Leistungsbeschreibung wie über den Bauvertrag insgesamt hart zu verhandeln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der genaue Gegenstand der vertraglich vereinbarten Leistungen oftmals nicht nur aus dem als „Bau- und Leistungsbeschreibung“ deklarierten Schriftstück ergibt. Vielmehr ergeben sich die vollständigen Leistungsobliegenheiten der Hausanbieter vielfach aus der Zusammenschau von Bauvertrag, Bau- und Leistungsbeschreibung, individuellen Leistungs- und Nachtragsangeboten sowie etwaigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Hausanbieter. Dies gilt umso mehr, wenn sich Widersprüche aus der Bau-Leistungsbeschreibung und sonstigen vertraglichen Regelungen ergeben und keine vertragliche Vorrangregelung getroffen ist. Verbraucher sollten baufachliche und baurechtliche Beratung in Anspruch nehmen, wie sie etwa vom BSB angeboten werden, um den tatsächlich rechtswirksam vereinbarten Leistungsgegenstand zu erfassen und ihre Interessen zu wahren.

Die Ergebnisse der „Analyse von Bau- und Leistungsbeschreibungen von Hausanbietern für Ein- und Zweifamilienhäuser“ sind auf der Internetplattform des BSB www.bsb-ev.de veröffentlicht. 

Diesen und weitere Expertentipps finden Sie unter www.bsb-ev.de/verbraucherservice/expertentipps/

Weitere Informationen unter www.bsb-ev.de
Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.
Einzugsgebiet: Deutschland
Datum: 05.07.2016

Über unsere Autoren

Die Autoren der BSB-Expertentipps sind als unabhängige Bauherrenberater, Vertrauensanwälte oder Servicepartner für den Bauherren-Schutzbund e.V. tätig. Sie berichten aus ihrer beruflichen Praxis als Architekten, Diplom-Ingenieure, Rechtsanwälte, Sachverständige oder Energieberater.

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