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Gründlicher Bestandscheck vor Dachgeschossausbau

Wenn der Platz im Haus einmal zu eng wird, ist das Dachgeschoss oft eine willkommene Ausbaureserve. Gleich ob langfristig geplant oder aus der Situation geboren – der Ausbau des Dachraumes zu Wohnzwecken liegt voll im Trend. Und aus planerischer und handwerklicher Sicht ist der Dachausbau unter Beachtung einiger Grundregeln auch einfacher als häufig angenommen. Allerdings, so raten Experten des Bauherren-Schutzbund e.V., sollten sich Hauseigentümer vor der Eignungsprüfung des Dachraumes und dem Beginn der Planung über die Anzahl der künftigen Nutzer, deren individuelle Ansprüche und die verfügbaren Mittel klar werden. Wenn feststeht, was notwendig ist, muss geklärt werden, was von den zuständigen Behörden erlaubt wird. Der Ausbau einzelner Dachräume ist in einigen Bundesländern genehmigungsfrei. Soll eine komplette Wohnung neu entstehen, wird in der Regel eine Baugenehmigung benötigt. Oft gibt es im Bebauungsplan auch Vorgaben für Dachneigungen und Firsthöhen. Ebenso ist zu prüfen, ob Nachbarn zustimmen müssen oder ein Pkw-Stellplatz nachzuweisen ist. Einige Städte und Gemeinden fördern den Dachausbau, um zusätzlichen Wohnraum ohne Aufwendungen für die Infrastruktur zu erhalten. Der BSB rät deshalb, neben der KfW auch bei zuständigen örtlichen Behörden nach Fördermöglichkeiten anzufragen.

Bauherrenberater des BSB geben Unterstützung, um die wichtige Frage zu klären, was technisch möglich ist und mit welchem Umfang der Bauarbeiten zu rechnen ist. Dabei spielen die Dachform und -neigung eine wesentliche Rolle. Dächer mit einer Neigung unter 20° eignen sich nicht als Wohnraum. Bei Neigung größer als 50° könnte gegebenenfalls sogar eine zweite Wohnebene eingerichtet werden. Neben Dachform oder Dachneigung ist zu klären, ob das Dach regendicht ist. Zu prüfen ist auch, ob Bauteile wie Dachsparren, Lattung, Stützen, Fußboden trocken, ausreichend tragfähig und ohne Schädlingsbefall sind. Einer fachmännischen Einschätzung bedarf, ob eine fachgerechte Wärmedämmung vorhanden ist. Ausgeschlossen werden muss, dass Schadstoffe wie Asbest oder Holzschutzmittel verbaut wurden. Schließlich ist wichtig, dass die Versorgungsleitungen für Elektro, Heizung, Wasser und Abwasser möglichst vorhanden sind.

Weitere Informationen und Anregungen zum Thema Dachgeschossausbau erhalten Interessenten auch im BSB-Ratgeber „Kleines ABC des Dachausbaus“, der auf der Internetplattform des Vereins www.bsb-ev.de zur Verfügung steht.

Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.

Über unsere Autoren

Die Autoren der BSB-Expertentipps sind als unabhängige Bauherrenberater, Vertrauensanwälte oder Servicepartner für den Bauherren-Schutzbund e.V. tätig. Sie berichten aus ihrer beruflichen Praxis als Architekten, Diplom-Ingenieure, Rechtsanwälte, Sachverständige oder Energieberater.

Wir danken den Autoren für ihre sorgfältige ehrenamtliche Arbeit und freuen uns, wenn Sie von diesem Wissen profitieren.

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