Kriterien für die Beraterwahl

Neubau-, Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen sind in der Regel mit großen finanziellen Investitionen für den privaten Bauherren verbunden. Um die damit verbundenen erheblichen Risiken zu minimieren, ist sehr zu empfehlen, sich fachmännischen Rat zur Unterstützung und Kontrolle der Baumaßnahmen an die Seite zu holen.

Worauf kommt es bei der Auswahl des Beraters an?
Für eine objektive und sachbezogene Beratung muss der Berater unabhängig sein. Im Mittelpunkt sollen Ihre Bedürfnisse und individuellen Anforderungen als Bauherr oder Immobilienkäufer stehen. Legen Sie immer Wert auf eine anbieter- und produktneutrale Beratung. Ein Berater, der selbst Häuser vertreibt oder Handwerkerleistungen vermittelt, kann diesen Anspruch nicht erfüllen. Zur Verantwortung eines seriösen Beraters gehört es auch, die vorgefundenen Gegebenheiten objektiv zu beurteilen. Gefälligkeitsgutachten helfen langfristig niemandem.

Fachkompetenz ist Basis solider Beratungsqualität
Der Begriff des Bauherrenberaters ist nicht geschützt. Umso wichtiger ist es für Sie, einen selbst ernannten Blender von dem qualifizierten Bauherrenberater zu unterscheiden. Fragen Sie nach der Fachkompetenz des Beraters. Architekten, Ingenieure und qualifizierte Sachverständige für Schäden an Gebäuden verfügen über die notwendigen Voraussetzungen für die Beratertätigkeit, die sie auch nachweisen können. Darüber hinaus gehört immer auch eine ausreichend hohe Haftpflichtversicherung zur Grundausstattung eines soliden Beraters. Wird Ihnen trotz Nachfrage ein Nachweis vorenthalten, sollten Sie skeptisch werden.

Auftrag zur Beratung schriftlich vereinbaren
Damit Ihre Erwartungen an die Beratungsleistungen erfüllt werden können, müssen Sie zuerst den Beratungs- und Betreuungsbedarf sowie den Leistungsumfang, etwa einer baubegleitenden Qualitätskontrolle, mit dem Bauherrenberater gemeinsam ermitteln. Dafür sollten Sie notwendige Informationen rechtzeitig zur Verfügung stellen und mit dem Berater aktiv zusammenarbeiten. Der BSB empfiehlt, den Leistungsumfang einer Beratung, inkl. der Vergütung, immer in einem schriftlichen Auftrag zu fixieren. So wissen beide Seiten, was zu erbringen ist und legen die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Keine Interessenkollision entstehen lassen
Während einer Bauphase kann unerwartet die Situationen entstehen, dass Sie zusätzliche Planungs- oder Bauleistungen benötigen. Was liegt da näher, als Ihren Bauherrenberater um Hilfe zu bitten. Hier droht eine Interessenkollision. Deshalb muss Ihr Berater die Übernahme von Planungsleistungen oder die Vermittlung von Bauleistungen ablehnen. Der Berater kann nicht selbst seine eigenen Leistungen kontrollieren. Im Interesse einer objektiven und unabhängigen Beratung müssen solche Interessenkollisionen vermieden werden.

Gute Berater sind ihr Geld wert
Hin und wieder bemängeln Bauherren und Immobilienerwerber die Kosten für eine qualifizierte Beratung. Einerseits wird eine umfassende Beratung erwartet, andererseits soll diese möglichst wenig kosten. Hier sollte man sich das Kostenrisiko vor Augen führen, das ohne bautechnische und baurechtliche Beratung droht.

Wissenschaftliche Untersuchungen des Instituts für Bauforschung e.V. Hannover zeigen: Die durchschnittlichen Bauschadenkosten liegen bei mehr als 66.000 Euro. Im Ein- und Zweifamilienhausbau treten durchschnittlich mindestens 30 mehr oder minder schwerwiegende Baumängel über den gesamten Bauablauf auf. Hier hilft nur unabhängiger bautechnischer Rat, damit Sie ihre Risiken beim Hausneubau, bei Sanierung oder Immobilienkauf auf ein vertretbares Maß reduzieren. Eine Vertragsprüfung hilft Ihnen zudem, rechtliche Fallstricke zu erkennen – das möglichst, bevor Sie den Vertrag unterschreiben. Hierzu ein Praxisbeispiel: Ein Vertrauensanwalt stellt bei der Vertragsprüfung Fehler im Zahlungsplan fest. Der Bauherr soll stets in Vorkasse gehen. Bereits mit Vertragsunterzeichnung soll die erste Abschlagszahlung ohne Gegenleistung in Höhe von 8 Prozent des Vertragspreises fällig werden. Ein hohes finanzielles Risiko von 10.000 bis 15.000 Euro, das durch die Beratung verhindert werden kann.

Der Bauherren-Schutzbund e.V. verfügt als gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation über ein bundesweites Beratungsnetz. Engagierte Bauherrenberater und Vertrauensanwälte des BSB bieten privaten Bauherren im Alt- und Neubau, Immobilienerwerbern und Wohneigentümern unabhängigen Expertenrat. Nutzen Sie unser Angebot.