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Mit einer Photovoltaikanlage kann Sonnenlicht in Strom umgewandelt werden.

Wie wirtschaftlich ist eine Photovoltaikanlage?

Wie viel kostet selbst erzeugte Sonnenergie? Wie Bauherren die Effizienz und Wirtschaftlichkeit ihrer Solaranlage optimieren können.

Weitere Artikel zur Serie "Erneuerbare Energien"

Teil 1: Solarthermie

Teil 2: Wärmepumpen

Teil 3: Wärmedämmung

Teil 5: Photovoltaik (1. Teil)

 

Finanzierung: Kaufen oder mieten?

Eine Solaranlage ist für private Bauherren zunächst eine hohe Investition, die sich langfristig gesehen jedoch amortisiert. Die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage beträgt mindestens 20 Jahre. Häufig ist es preisweiter eine Solaranlage zu kaufen. Pro Kilowatt Leistung müssen Bauherren sich beim Kauf auf Kosten von circa 1.300 bis 1.900 Euro einstellen. Eine 6 Kilowatt-Anlage kostet dann beispielsweise etwa 10.000 Euro. Zur Finanzierungsunterstützung können Bauherren Fördergelder beantragen sowie Förderkredite aufnehmen.

Es gibt außerdem noch die Möglichkeit eine Photovoltaikanlage vom lokalen Stadtwerk oder einem überregionalen Anbieter zu mieten. Die Mietkosten liegen dann monatlich zwischen 50 bis 150 Euro. Da die Vertragslaufzeit der schwer kündbaren Verträge meist etwa 20 Jahre beträgt, liegen die Gesamtkosten für eine gemietete Anlage bei einer hohen fünfstelligen Summe. Dadurch sind gemietete Photovoltaikanlagen fast dreimal so teuer wie gekaufte Anlagen. Der Vorteil für Bauherren besteht jedoch darin, dass sie kein Kostenrisiko tragen und sich bei der Anschaffung weder um technische Details noch um Instandhaltung, Reparaturen und Versicherungen kümmern müssen.

Für Bauherren ist es empfehlenswert den Mietvertrag für eine Solaranlage von einem Vertrauensanwalt auf versteckte Fallstricke überprüfen zu lassen. Beispielsweise sollte die Miete nur dann fällig sein, wenn die PV-Anlage auch ihre volle Leistung erbringt und es sollte vertraglich geregelt sein, dass der Vermieter alle anfallenden Reparaturen sowie Wartungen übernimmt. Die Einspeisevergütung für den überschüssigen, eingespeisten Strom bekommen Bauherren sowohl bei einer gekauften als auch bei einer gemieteten Anlage.

Größe der Photovoltaikanlage

Größere Anlagen sind tendenziell günstiger als kleinere, weshalb sich kleine Anlagen für den alleinigen Eigenverbrauch oft nicht lohnen. Die Leistung einer Solaranlage wird in Kilowattpeak (kWp) angegeben. Dieser Wert gibt die durchschnittliche Höchstleistung der Solarmodule an und erlaubt so eine bessere Vergleichbarkeit der Module. Die Betriebskosten von Anlagen bis zu 20 Kilowatt Leistung unterscheiden sich nur geringfügig. Planen Bauherren den Einbau einer Wärmepumpe oder den Kauf eines Elektroautos kann auch eine größere Solaranlage wirtschaftlich sinnvoll sein, da der selbst erzeugte Strom günstiger ist als Strom aus dem öffentlichen Netz. Bauherren können die Dimension ihrer Photovoltaikanlage von dem eigenen Kapital und der Größe ihrer Dachfläche abhängig machen. Etwa 6 bis 8 Quadratmeter Fläche sind pro 1 kWp Leistung erforderlich. Die Leistung der Solaranlage wird jedoch von verschiedenen Faktoren wie etwa der Sonneneinstrahlung, Jahreszeit und Umwelteinflüssen bestimmt.

Einspeisevergütung

Die Höhe der Einspeisevergütung richtet sich nach der Anlagengröße. Am höchsten werden Solaranlagen mit einer Leistung bis 10 Kilowatt vergütet. Größere Anlagen von 10 bis 40 Kilowatt bekommen ein geringeres Honorar. Die Bundesnetzagentur legt jedes Jahr die Höhe der Einspeisevergütung nach EEG fest und publiziert sie. Im Jahr 2021 bekommen für Bauherren beispielsweise für eine 15 kWp Anlage 8,16 Cent für die ersten 10 Kilowatt und 7,93 Cent für die restlichen 5 Kilowatt. Das bedeutet, wenn insgesamt 9.000 Kilowattstunden ins öffentliche Netz eingespeist werden, bekommen Bauherren für 6.000 Kilowattstunden den höheren und für 3.000 Kilowattstunden den niedrigeren Tarif.

Zur Ermittlung des selbst erzeugten Stroms wird bei Anlagen bis 30 Kilowatt der Bezugszähler gegen einen Zweirichtungszähler ausgetauscht. Mit seiner Hilfe kann die Überschusseinspeisung und der Strombezug gezählt werden. Bei Anlagen mit mehr als 30 Kilowattstunden muss außerdem noch die EEG-Umlage für den Eigenverbrauch bestimmt werden. Dafür muss die Gesamtmenge des von der Solaranlage erzeugten Stroms gemessen werden, wofür ein geeichter Zähler, der Erzeugungszähler, verwendet wird. Denn der Anteil des selbst genutzten Stroms lässt sich nicht direkt ermitteln.

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Strom selbst nutzen oder einspeisen?

Es ist wirtschaftlicher möglichst viel selbst erzeugten Strom zu nutzen als ihn einzuspeisen. Denn bei Anlagengrößen von 5 bis 10 kWp kostet der eigene Strom nur etwa 11 bis 13 Cent pro Kilowattstunde, wohingegen für den Netzstrom 25 bis 29 Cent pro Kilowattstunde bezahlt werden müssen. Wie viel Strom Bauherren von ihrer eigenen Anlage selbst nutzen können hängt vom Ertrag der Anlage, dem Stromverbrauch und dem zeitlichen Nutzungsverhalten ab. Ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen verbraucht jährlich durchschnittlich 3.500 kWh. Eine kleine Solaranlage mit 5 Kilowattpeak Leistung erzeugt jährlich etwa 900 kWh pro kWp. Davon werden nur etwa 20 bis 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst genutzt, der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Kann die Eigenstromnutzung gesteigert werden?

Bauherren können ihren Eigenverbrauch erhöhen, wenn sie ihren Stromverbrauch an die Leistungszeit der Photovoltaikanlage anpassen und beispielsweise größere Elektrogeräte wie etwa die Waschmaschine dementsprechend benutzen. Smart-Home-Systeme können Bauherren ebenfalls dabei unterstützen, die Sonnenenergie ökonomischer zu nutzen.

Photovoltaik-Module werden meist in einem Winkel von 20 bis 45 Grad nach Süden ausgerichtet, da sie in Mitteleuropa so die höchsten Stromerträge über das Jahr liefern. Besonders viel Strom wird in der Regel zur Mittagszeit während der Sommermonate bereitgestellt. Jedoch liegt der höchste Strombedarf in Wohngebäuden in den Morgen-, Abend- und Nachtstunden. Bauherren können sich daher überlegen, ob sie ihre Module nach Osten und Westen ausrichten, um so die Stromerzeugung an ihren Bedarf am Morgen und am Abend anzupassen. Der Stromertrag wird durch die Ausrichtung der Solarmodule leicht reduziert, die Deckung des eigenen Strombedarfs aber erhöht.

Um die Eigenstromnutzung zu erhöhen werden zurzeit Speichermedien entwickelt, die den Eigenverbrauch auf 50 bis 70 Prozent steigern können. Diese sind aktuell jedoch noch sehr kostenintensiv und wirtschaftlich meist nicht sinnvoll. Hierbei ist es empfehlenswert die weitere Entwicklung und Preisbildung abzuwarten. Eine Nachrüstung mit einer Speicherbatterie ist möglich.