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Um das richtige Lüftungssystem zu finden ist es sinnvoll ein Lüftungskonzept von einem Sachverständigen erstellen zu lassen.

Das richtige Lüftungssystem finden

Bei der Auswahl des passenden Lüftungssystems können Bauherren schnell den Überblick verlieren. Jede Lüftungsanlage hat ihre eignen Vor- und Nachteile und ist für manche Gebäude besser geeignet.

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Teil 1: Lüftungssysteme

Welche Lüftungsanlage passt zu welchem Gebäude?

Planen Bauherren einen Neubau, sind zentrale Lüftungssysteme oft empfehlenswert. Die Kosten sind hierbei deutlich geringer als bei einer Nachrüstung. Dezentrale Lüftungsanlagen werden häufig in Bestandsimmobilien verwendet, da der nachträgliche Einbau von Lüftungskanälen oft aus platztechnischen Gründen nicht möglich ist oder die Investitionskosten zu hoch sind. Hier sind dezentrale Systeme baulich einfacher umzusetzen, bei denen Kernbohrungen durch die Außenwände durchgeführt werden. Daher bieten sie sich gut für eine Wohnung oder einzelne Räume an. Für Bauherren ist es sinnvoll einen Sachverständigen zu konsultieren, der ein Lüftungskonzept erstellt und prüft, welches System am besten zum Gebäude und zu den individuellen Bedürfnissen der Bewohner passt.

Zentrales oder dezentrales Lüftungssystem?

Zentrale Lüftungsanlage:
Das zentrale Lüftungssystem organisiert die Wohnraumlüftung für das gesamte Haus und nutzt Zu- und Abluftkanäle, um die einzelnen Räume zu bedienen. Zusätzlich kann die Belüftung über separate Steuerungsmöglichkeiten individuell angepasst werden. Die frische Zuluft lässt sich je nach System auch klimatisieren. Der Planungsaufwand und die Kosten für zentrale Lüftungsanlagen sind insgesamt höher, da Lüftungskanäle eingebaut werden müssen. Deswegen eignen sie sich besonders gut für Neubauten, da sie hier von Beginn an mitgeplant werden können. Beim Nachrüsten ist der nachträgliche Einbau von Lüftungskanälen nicht immer möglich und finanzierbar. Das Lüftungsgerät wird meist außerhalb der Wohnung im Keller oder im Hausanschlussraum montiert, sodass es weniger störende Geräusche gibt. Eine regelmäßige Wartung der Anlage und insbesondere die Reinigung der Filter sind hier wichtig, um die Hygiene zu sichern. Zu beachten ist außerdem eine fachgerechte Planung der Kabelverlegung, die meist auf den Rohfußböden verlegt wird. Diese darf nicht mit den anderen Medien (Strom-, Wasser-, Heizungsleitungen) kollidieren, um erhöhte Knotenpunkte zu vermeiden.

Dezentrale Lüftungsanalage:
Bei der dezentralen Lüftung werden Luftdurchlässe in den Außenwänden montiert, über die dann Luft zu- oder abgeführt wird. Dezentrale Lüftungssysteme lassen sich unkomplizierter einbauen, weshalb sie sich gut zum Nachrüsten im sanierten Altbau oder einer Wohnung eignen. Außerdem sind die Investitionskosten und der Bauaufwand im Vergleich zur zentralen Lüftungsanlage deutlich geringer. Da pro Raum ein oder bei größeren Räumen auch mehrere Lüftungsgeräte benötigt werden, sind der Stromverbrauch und die Geräuschkulisse höher als bei zentralen Systemen. Der Wartungsaufwand steigt mit der Anzahl der benötigten Geräte, da an jedem die Filter regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Die Innentüren sollten mit einer Überstromöffnung ausgestattet werden, damit sie luftdurchlässig sind. Dies kann durch einen Unterschnitt oder ein Lüftungsgitter im Türblatt erreicht werden. Besser eignen sich jedoch moderne Türen mit einer versteckten Luftzirkulation im Türfalz oder Türrahmen.

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Vorteile und Nachteile von Zu- und Abluftanlagen

Abluftanlagen werden häufig in Küchen und Badezimmern eingebaut, da sie Feuchtigkeit schnell abführen können. Sie sind vergleichsweise einfach Einzubauen und können Feuchteschäden und Schimmelpilzbefall vorbeugen. Hierbei werden Luftdurchlässe in die Außenwand gebohrt und durch einen Ventilator wird die Raumluft nach draußen geführt. Oft wird jedoch die eindringende kalte Außenluft als unangenehm empfunden, weshalb Lüfter mit Wärmetauscher empfehlenswert sind. Möglich ist auch eine Kombination von Zu- und Abluftanlage. Dadurch können einzelne Räume durchgehend mit Frischluft versorgt werden und die eingebauten Filter halten zusätzlich Staub, Pollen und Fremdkörper ab. Zuluftanlagen werden meist in Wohnräumen wie Schlafzimmer oder Wohnzimmer eingesetzt. Bei der Querlüftung befinden sich Außenluftansaugung und Fortluft in verschiedenen Räumen. So werden auch die dazwischenliegenden Räume belüftet. Dazu kann entweder ein Abstand zwischen Tür und Boden oder ein Belüftungsgitter in den Türen montiert werden. Die Luft sollte hierbei zu den Ablufträumen wie Küche oder Badezimmer strömen, ohne dass jedoch das Gefühl von Zugluft entsteht. Zusätzlich kann ein Ventilator bei Bedarf den Luftstrom unterstützen.

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Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Bauherren haben außerdem die Möglichkeit ihre Lüftungsanlage mit einem Wärmetauscher zu kombinieren, sodass Wärme zurück gewonnen werden kann. Der Wärmetauscher entzieht der Abluft die Wärme und überträgt sie auf die frische Außenluft. Es können hierbei etwa 75 bis über 90 Prozent der Wärme zurück gewonnen werden. Dadurch lassen sich Wärmeverluste – insbesondere im Vergleich zur manuellen Fensterlüftung – deutlich verringern und Heizenergie einsparen. Dafür fallen zunächst höhere Investitionskosten an. Dennoch können durch Förderprogramme Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung oft kostengünstiger sein als Lüftungssysteme ohne Wärmerückgewinnung.

Welche Möglichkeiten der Wärmerückgewinnung gibt es?

Erdwärmetauscher
Bei einem Erdwärmetauscher wird Erdwärme benutzt, um die Zuluft vorzuheizen. Der Erdwärmetauscher besteht aus einem langen, unterirdisch verlegten Rohr. Die frische Außenluft strömt durch das Rohr und nimmt in den kalten Monaten Wärmeenergie aus der Erde auf. Im Sommer nimmt dagegen die Erde die thermische Energie der heißen Außenluft auf, sodass die Frischluft abgekühlt ins Haus geleitet werden kann. Somit bietet ein Erdwärmetauscher eine kostengünstige Möglichkeit Frischluft zu klimatisieren und Heizenergie einzusparen. Erdwärmetauscher können auch problemlos mit anderen Heizarten kombiniert werden. Bautechnisch ist jedoch ein höherer Aufwand beim Nachrüsten nötig.

Push-Pull-Gerät
Bei dezentralen Lüftungssystemen kann ein Push-Pull-Gerät für die Wärmerückgewinnung sorgen. Es wird in der Außenwand angebracht und betreibt im Wechsel die Abführung der Innenluft (Push) und die Zufuhr frische Außenluft (Pull). Dabei entzieht das Gerät der verbrauchten Luft Wärme und nach einer bestimmten Zeit ändert der Ventilator seine Richtung, sodass nun frische Außenluft in den Raum geleitet wird. Dabei gibt der integrierte Wärmespeicher die Wärmeenergie an die Frischluft ab. Der Wärmetauscher „lädt“ sich selbst immer wieder durch die abgeführte Innenluft auf. Im Gegensatz zu Wärmetauschern mit einem kontinuierlichen Luftstrom müssen Push-Pull-Geräte deutlich mehr arbeiten, um die gleiche Luftqualität zu erzielen. Daher haben sie einen höheren Stromverbrauch. Push-Pull-Geräte speichern jedoch nicht nur die Wärme, sondern auch Gerüche – deswegen eignen sie sich beispielsweise nicht für die Küche, weil unangenehme Gerüche nicht weggelüftet, sondern wieder auf die frische Außenluft übertragen werden.

Luft-Wasser-Wärmepumpe
Eine Lüftungsanlage mit Wärmepumpe kann nicht nur für frische Luft sondern auch für warme Innenräume und die Warmwasserbereitung sorgen. Dabei entzieht die Wärmepumpe – ähnlich dem Prinzip eines Kühlschranks – der Abluft des Gebäudes oder der Außenluft Wärmeenergie. Dafür wird die Luft in einen Verdampfer geleitet, wo die thermische Energie der Außenluft ein Kältemittel zum Verdampfen bringt. Das gasförmige Kältemittel wird nun von einem Verdichter komprimiert, um es durch den Druck noch weiter zu erwärmen. Der Kältemitteldampf wird anschließend durch einen weiteren Wärmetauscher geleitet, der die Wärmeenergie an das Heizungswasser abgibt. Dabei kühl das Kältemittel ab und wird wieder flüssig, sodass der Prozess von vorne beginnen kann. In den kalten Wintermonaten kann die Effektivität eingeschränkt sein, weswegen die Kombination mit anderen Heizungsarten sinnvoll sein kann. Der Aufstellungsort der Wärmepumpe sollte gut überlegt werden, da die Ventilatoren zur Lärmbelästigung führen können. Die Anlagen können vergleichsweise einfach und ohne großen Planungsaufwand installiert werden, weshalb sie sich sowohl im Neubau als auch im sanierten Altbau gut zur Nachrüstung eignen.

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