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Smart Home und Datensicherheit

Das vernetzte Haus ist längst Realität. Verbraucher sollten dabei jedoch die Sicherheit der eigenen Daten nicht vernachlässigen.

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Teil 1: Smart Home

Die Digitalisierung und Vernetzung der Haustechnik und Hausgeräte ist längst kein Zukunftsszenario mehr. Von der Kamera am Hauseingang, über den Heizungsthermostat, die Rollläden bis hin zum Fernseher kann der Verbraucher mittlerweile sein Zuhause aus der Ferne aus per App steuern und überwachen. Smart Home Angebote sind gefragter denn je – sie versprechen mehr Sicherheit, Energieeffizienz und Wohnkomfort. Doch wie steht es um die Datensicherheit?

Hohe Nachfrage nach Smart Home Lösungen

Mittlerweile nutzt jeder sechste Verbraucher Smart Home Anwendungen. Unter den 35- bis 44-Jährigen ist der Nutzeranteil mit fast 25 Prozent am höchsten, wohingegen nur 9 Prozent der über 65-Jährigen zu den Anwendern zählen. Trotz zunehmender Verbreitung treten viele Verbraucher der vernetzen Smart Home Technik mit Skepsis entgegen. Laut einer aktuellen Umfrage der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) kritisieren 60 Prozent der Befragten unzureichende Informationen der Anbieter über Datenschutz und IT-Sicherheit. Gefragt nach den Gefahren, die mit der Technik befürchtet werden, liegen der Datendiebstahl und die Fernsteuerung von Geräten durch Eingriffe von Hackern in das eigene Netzwerk ganz vorne. Das erklärt, warum nur 14 Prozent der Verbraucher ihre Daten mit Smart Home Anbietern uneingeschränkt teilen würden.

Anwendungsgebiete des Smart Home

Die Anwendungsgebiete für Smart Home sind vielfältig. So kann beispielsweise aus der Ferne überprüft werden, ob der Herd noch in Betrieb ist oder ob die Rollläden zum Schutz vor Sonne und Einbrechern herunter gelassen wurden. Das Smart Home kann selbständig vor einem herannahenden Gewitter überprüfen, ob die Dachfenster geschlossen und die Markise eingefahren wurden oder dies bei Bedarf gleich mit übernehmen. Ebenso können die Lufttemperatur und -feuchte gemessen und bei Bedarf die Räume über eine smarte Lüftungsanlage selbstständig belüftet werden. Nicht alle Möglichkeiten sind für jeden aber wirklich sinnvoll.

Zuerst sollten deshalb die individuellen Bedürfnisse ermitteln und diese mit den Möglichkeiten des vorhandenen oder neu zu errichtenden Gebäudes in Übereinstimmung gebracht werden. Auch das verfügbare Budget muss berücksichtigt werden, denn umfangreiche Anlagen erfordern nicht selten mittlere fünfstellige Eurobeträge. Deshalb ist zu empfehlen, sich schon in der Planungsphase einen Fachmann für Haustechnik an die Seite zu holen. Er unterstützt bei der Planung und Auswahl von Komponenten unterschiedlicher Hersteller, damit diese zuverlässig und möglichst wartungsfrei zusammenwirken können. Darüber hinaus sollten bei der anschließenden Ausführung Platzreserven und Elektroinstallationsrohre berücksichtigt werden. Durch diese „Leerrohre“ können auch zu einem späteren Zeitpunkt BUS-Leitungen einfach verlegt werden, ohne dass dafür größere bauliche Maßnahmen notwendig sind.

Datensicherheit beachten

Bei allen Anwendungen müssen Verbraucher sich immer fragen, wie sie ihre Daten gegen fremden Zugriff sichern können. Das ist sehr wichtig, denn die Verbrauchsdaten können Rückschlüsse beispielsweise auf An- und Abwesenheiten oder Nutzungsverhalten bieten. Dieses Ausspähen kann für Einbrüche genutzt werden, bei denen Schäden entstehen, die weitaus gravierender ausfallen, als der immaterielle Datenklau im Internet.

Damit es nicht so weit kommt, sollten Verbraucher unbedingt bei der Konzeption und Anwendung von Smart Home Lösungen folgendes beachten: Zu einem umfassenden Systemschutz gegen fremde Zugriffe durch Cyberkriminelle gehört immer die Sicherung des datentechnischen Zugangs und der Schnittstellen mittels Verschlüsselung und Authentifizierung. Alle Geräte sollten verschlüsselte Kommunikation unterstützen. Bei der Komponentenauswahl ist darauf zu achten, dass die Hardware, also die Geräte, dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und von den Herstellern langfristig mit relevanten Sicherheitsupdates versorgt werden. Dies ist bei vielen Anwendungen leider nicht selbstverständlich. Die Anwendungen und Geräte sollten immer eine lokale Nutzung ermöglichen, ohne dass jederzeit eine Cloud- oder Internetverbindung bestehen muss. Der Verbraucher sollte bei der Geräteauswahl auch abklären, welche Anwenderdaten an den Hersteller übertragen werden und was mit diesen Daten geschieht. Können diese Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet werden oder sind die Nutzerbedingungen intransparent, sollte man sich um einen anderen Anbieter bemühen. Da sich viele Systeme auch über eine Smartphone-App überwachen und steuern lassen, gelten auch hier alle vorgenannten Voraussetzungen.

Die meisten Smart Home Komponenten benötigen bei der Anwendung in den eigenen vier Wänden keine permanente Internetverbindung. Damit das eigene System vor Zugriffen von außen geschützt ist, sollte es nur dann mit dem Internet verbunden werden, wenn es tatsächlich notwendig ist. Oft reicht der Zugriff auf das System aus, wenn man sich innerhalb des Heimnetzwerkes befindet. Wenn mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones der Zugriff auf das Heimnetz von außerhalb gewährt werden soll, sollte dies stets über ein virtuelles privates Netzwerk, dem sogenannten VPN, erfolgen. Und selbstverständlich schützt dies alles nur dann, wenn auch der Router, das Smartphone und das Tablet auf dem aktuellen Stand sind und der Nutzer neue Sicherheitsupdates zeitnah installiert.

Neben allen technischen Einstellungen sollte zudem nicht vergessen werden, dass auch nachgelagerte Dienstleister wie etwa Sicherheits-, Pflege- und Serviceanbieter den Datenschutz umfassend sicherstellen.