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Baubegleitung

Eine professionelle Baubegleitung bietet die beste Prävention gegen Baumängel. Sie muss unabhängig und marktneutral erfolgen.

Das Traumhaus in wenigen Minuten per Klick kalkuliert, Checklisten zur Baukontrolle zum Ausdrucken, Bauberatung per Telefon – im Internet werden Bauinteressierte zu einer Vielzahl von Angeboten zu Baubegleitung und Beratung fündig. Vieles klingt einfach und verlockend. Wie aber ist das Richtige zu finden?

Die richtige Bauberatung

Bauherren sollten sehr genau hinschauen: Was steckt hinter den Angeboten? Und wer steckt dahinter? Zu den Anbietern für Bauberatung und -begleitung zählen unabhängige Verbraucherverbände und -vereine, die sich dem Verbraucherschutz verschrieben haben und ohne eigene wirtschaftliche Interessen, also marktneutral agieren. Große kommerzielle Bauunternehmen offerieren selbst Baukontrollen, für die sie oft mit bundesweit agierenden Prüfinstitutionen zusammenarbeiten. Leider tummeln sich auf dem Markt auch fragwürdige Anbieter, die Verbraucherinteressen vorschützen, eigentlich aber Bauleistungen verkaufen.

Unternehmen, die ins Gesamtpaket die eigene Baukontrolle eingebunden hat, kann also nur bedingt vertraut werden.Natürlich kann alles relativ problemlos laufen. Zu bedenken ist aber: Sachverständige, die von Hausanbietern mit der Baukontrolle  beauftragt werden, sind denen auch verpflichtet. Sie stehen auf der Unternehmerseite und entscheiden im Zweifelsfall so. Unabhängig sind sie so nicht.

Unabhängigkeit ist das A und O

Schwierigkeiten im Bauprozess anzugehen und Mängel auf der Baustelle aufzudecken, funktioniert vor allem mit wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Wer kontrolliert, darf nicht mit dem Unternehmen verbunden sein. Für private Bauherren ist unabhängige Beratung ohne Ansehen des Herstellers ein entscheidendes Kriterium.

Ein seriöser Prüfer sollte sachverständig sein. Allerdings ist der Begriff Sachverständiger nicht geschützt. Zu fragen ist also, welche Qualifikationen vorliegen. Ein Hochschulabschluss als Architekt oder Bauingenieur für Hochbau ist die richtige fachliche Basis, Erfahrungen auf der Baustelle sollten hinzukommen, um Bauabläufe richtig einzuschätzen, und der Nachweis einer Sachverständigenausbildung. Vorzugsweise sollte man sich dazu bei Verbraucherverbänden und -vereinen umsehen.

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Umfang einer unabhängigen Baubegleitung

Eine komplette unabhängige Baubegleitung zu beauftragen, vermindert das Risiko für private Bauherren beträchtlich. Das Angebot des Bauherren-Schutzbundes beispielsweise zur baubegleitenden Qualitätskontrolle sieht vor, in acht bis zwölf Baustellenbesuchen neuralgische  Bauabschnitte zu kontrollieren: Bodenplatte, Keller, Rohbau, Fenster, Abdichtungen – also Baustufen, bei denen nicht entdeckte Mängel zu gravierenden Folgen führen können. Vieles kann im Nachhinein nicht mehr behoben werden. Besser ist also, Mängel rechtzeitig aufzudecken und ohne großen Aufwand zu beseitigen. Davon profitieren nicht nur Bauherren, sondern auch Firmen. Im Vorfeld sollten private Bauherren ihre Bauverträge technisch und juristisch checken lassen. Auch hier ist manches im Sinne der Unternehmen formuliert und sollte in Vertragsverhandlungen geklärt werden. Beim Bauherren-Schutzbund steht für die Beratung zu Angeboten über die Prüfung des Bau- oder Wohnungskaufvertrags und die Baubegleitung bis zur Abnahme, danach in die Gewährleistungsphase hinein, ein bundesweites Netz von 150 unabhängigen Bausachverständigen und Fachanwälten für Bau- und Architektenrecht bereit. Alle haben sich verpflichtet, im Sinne des Verbraucherschutzes zu handeln.

Kosten eine unabhängigen Baubegleitung

Natürlich ist eine baubegleitende Qualitätskontrolle nicht umsonst zu haben. Bei einem typischen Einfamilienhaus von 110 Quadratmetern ohne Keller ist mit etwa 3.000 bis 3.500 Euro ohne Fahrtkosten zu rechnen, die in die Finanzierung gleich mit eingebunden werden sollten. Mit Sicherheit verhindert das hohe Folgekosten. Verbraucher müssen natürlich selbst abwägen, was ihnen wichtig ist. Doch bei einer Investition von vielleicht 250.000 Euro sind wenige tausend Euro für Kontrolle klug eingesetzt. Die Baubegleitung sorgt dafür, dass man das Haus bekommt, was man bestellt hat. Gerade auch Bauherren, die eng finanzieren müssen, sollten darauf nicht verzichten. Bei späteren Streitigkeiten wegen Mängeln am Bau werden gerichtliche Auseinandersetzungen  schnell sehr teuer. Da hilft keine Rechtsschutzversicherung. Zudem dauern Gerichtsverfahren Jahre, kosten zusätzlich viel Zeit und Kraft.

Manche Anbieter offerieren zwei Kontrollen auf der Baustelle und eine bei der Abnahme. Oder gar nur diese. Hier ist der Nutzen fragwürdig. Denn wenn bei der Abnahme alles fertig präsentiert wird, ist nicht einzuschätzen, was hinter den Wänden oder unterm Estrich steckt. Begutachtet wird dann nur noch Oberflächliches. Folgenschwere Mängel können sich darunter verbergen.  

Baubegleitung beste Prävention

Das Verbraucherverhalten hat sich entwickelt – von der Nothilfe zur Prävention. Das heißt, dass private Bauherren zumeist rechtzeitig vor Vertragsabschluss und über den gesamten Bauprozess hinweg Unterstützung suchen. Zwar schwächt die jetzige Marktsituation die Position der Verbraucher etwas ab nach dem Motto: Ich als Bauunternehmen hab das Grundstück, gebaut wird nach meinen Bedingungen. Man sollte diesem Marktdruck jedoch nicht nachgeben. Seriöse Unternehmen gehen auf Kundenwünsche ein. Es ist kein Problem, ein Bauwerk prüfen zu lassen. Denn Verbraucher sind keine Bittsteller, sondern Kunden. Dessen sollte sich jeder Bauwillige gewiss sein.