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Baunebenkosten: Worauf sich Bauherren einstellen sollten

Bereits vor dem Hausbau fallen Nebenkosten an, die gut kalkuliert werden müssen.

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Teil 1: Zehn Tipps zur Baufinanzierung

Viele Bauherren befürchten, bei den Gesamtkosten für ihr Bauvorhaben etwas vergessen zu haben. Wie die Praxis zeigt, sind solche Bedenken durchaus begründet: Besonders für Laien ist es schwierig, die Kosten richtig einzuschätzen. Oft werden vor allem die sogenannten Baunebenkosten zu niedrig kalkuliert.

Jedes Bauprojekt ist eine neue Herausforderung – besonders hinsichtlich der Kalkulation. Denn die anfallenden Kosten sind stets objektbezogen und abhängig von der konkreten Grundstückssituation. Auch die baurechtliche Anforderungen und die anfallenden Gebühren sind territorial unterschiedlich. Die Baunebenkosten sollten Bauherren bereits vor dem Kauf des Grundstücks berücksichtigen. Sinnvoll ist es, dafür Reserven einzuplanen.

Baunebenkosten des Grundstückserwerbs

Im Zusammenhang mit dem Grundstückskauf fallen eine Grunderwerbssteuer sowie Notargebühren und Kosten für den Vollzug der Kaufurkunde an. Die Grunderwerbssteuer unterscheidet sich je nach Bundesland und beträgt etwa zwischen 4,5 und 6,5 Prozent – bezogen auf den im Vertrag festgelegten Kaufpreis. Der Grundstückskaufpreis gilt jedoch nur dann als Bemessungsgrundlage, wenn zwischen Grundstückserwerb und Bebauung kein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang besteht, wie zum Beispiel beim Kauf vom Bauträger.

Herrichten des Grundstücks und Bauvorbereitung

Bei der Kaufentscheidung sollte der mögliche Aufwand kalkuliert werden, der aus Abbruch- und Baumfällarbeiten sowie deren eventuell notwendiger behördlicher Genehmigung entsteht. Entsprechende Angebote helfen bei der Kalkulation der Baunebenkosten. Gleiches gilt für den Baustrom- und Bauwasseranschluss, eventuell erforderliche Gehwegüberfahrungen und das Anlegen von Standplätzen oder Baustraßen für schwere Bautechnik. Hierzu sollte möglichst frühzeitig eine Baustellenbesichtigung mit dem Bauunternehmen durchgeführt werden. Empfehlenswert ist, alle erforderlichen Maßnahmen zu protokollieren und in der Anlage des Bauvertrages die (finanziellen) Verantwortlichkeiten festzulegen.

Wichtig ist außerdem, sich mit einem Baugrundgutachten Klarheit über die Baugrundverhältnisse und die Grundwassersituation zu verschaffen. Es kostet zwischen 500 und 1000 Euro und schafft Planungs- und Kostensicherheit für die Bebauung. Deutlich teurer kann es allerdings werden, wenn der Boden auf Altlasten untersucht werden muss.

Richtig handelt, wer sich beim Grundstückserwerb gründlich mit dem Erschließungsgrad des Grundstücks und dem daraus resultierenden Aufwand für die Hausanschlüsse befasst. Die örtlich zuständigen Versorgungsträger sind dafür die richtigen Ansprechpartner. Man muss sich also nicht mit geschätzten Pauschalen zufriedengeben. Hier zeigt die Praxis oft, dass unterschätzte Kosten zu Finanzierungslücken führen, zum Beispiel bei einer eventuell notwendigen Straßenquerung.

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Weitere Baunebenkosten

Die Baukosten für das Haus, für die Planungs- und Ingenieurleistungen und die Bauleitung werden im Werkvertrag mit der Baufirma verankert. Als Bestandteil des Baugesuchs wird ein Lageplan mit eingezeichnetem Objekt vorgelegt. Damit sollte ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur beauftragt werden, der auch die Objekteinmessung vor Baubeginn und die Schlussvermessung als Grundlage für die Katasterfortschreibung durchführt.

Die damit verbundenen Kosten werden zwar auf der Basis verbindlicher Gebührenordnungen kalkuliert, sind aber objektbezogen. Grundstücksgröße und Wert der Bebauung sind ausschlaggebend für die Gebührenhöhe. Auch hier sollten Angebote eingeholt werden, um Planungssicherheit zu erhalten. Erfahrungsgemäß liegen die Kosten für die erforderlichen Vermesserleistungen im Durchschnitt bei 2.500 bis 3.000 Euro. Kommt eine Teilungsvermessung hinzu, können die Baunebenkosten weiter steigen. Diese Teilungsvermessungskosten sollten sich die künftigen Eigentümer jedoch teilen.

Die Baugenehmigung

Die Gebühren der Baugenehmigung werden auf der Grundlage entsprechender Gebührensätze der Städte und Gemeinden berechnet. In der Region Berlin/Brandenburg kann man zum Beispiel bei einem freistehenden Einfamilienhaus (angenommener Neubauwert von 140.000 bis 160.000 Euro) Baugenehmigungsgebühren in Höhe von 600 bis 800 Euro erwarten. Zusätzlich können Gebühren für die Endabnahme durch das zuständige Bauamt anfallen, wenn die Behörde nicht den Verzicht auf die Abnahme erklärt.

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Schornsteinfeger, Prüfstatiker und Notar

Die Abnahme der Heizungsanlage durch einen Schornsteinfeger vor der ersten Inbetriebnahme kostet etwa 300 bis 500 Euro.

Ein Prüfstatiker muss nur dann eingeschaltet werden, wenn die Baugesetzgebung des Landes es vorschreibt – zum Beispiel im Land Brandenburg. Die Basis für die Gebührenermittlung ist auch hier der Wert des Objektes. Beim beispielhaft genannten freistehenden Einfamilienhaus wäre mit Gebühren um die 2.000 Euro zu rechnen.

Zusätzlich gibt es Kosten, die im Zusammenhang mit der Finanzierung entstehen. Die Bestellung einer Grundschuld zugunsten der Bank kann mit anfallenden Notargebühren in Höhe von 0,5 Prozent des zu sichernden Darlehensbetrags kalkuliert werden. Auch sie spielen in die Baunebenkosten hinein.

Kosten für Außenanlagen berücksichtigen

Viele Eigentümer gestalten ihre Außenanlagen nach Fertigstellung des Hauses in Eigenleistung, um Geld zu sparen. Trotzdem gibt es einige unverzichtbare Arbeiten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Bezug des Hauses ausgeführt und in die Planung der Baunebenkosten aufgenommen werden sollten. Dazu gehört zum Beispiel die Einfriedung des Grundstücks einschließlich des Gartentors. Je Quadratmeter Metallzaun sollten dabei zwischen 100 und 150 Euro kalkuliert werden. Ein Gartentor aus Metall ist je nach Ausführung für einen Preis zwischen 1.000 und 2.500 Euro zu haben.

Gehweg- und Stellplatzplatten bekommt man in jedem Baumarkt für circa 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter zuzüglich 5 Euro pro Quadratmeter Unterbaumaterial. Soll noch ein Carport gebaut werden, ist je nach Ausführung mit Kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro zu rechnen. Auch an bauliche Maßnahmen zur Regenwasserversickerung sollten Bauherren denken.

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